the story behind CLAUS LEHNER

Claus Lehner | Mobiler Heilmasseur
Claus Lehner | Mobiler Heilmasseur

Claus Lehner ist mobiler Heilmasseur und dies – im Gegensatz  zu seinem ersten Beruf als Key Account Manager – mit großer Leidenschaft und Freude. Sein größtes Anliegen: das Leben eines Menschen bestmöglich zu verbessern. Dass es ihm dabei nicht um das schnelle Geld oder den großen Ruhm geht, sondern um den Sinn hinter seiner Arbeit, merkt man in vielen seiner Ausführungen, warum er sich für diesen zweiten Berufsweg entschieden hat.

Wer ist bist du und was machst du?

Ich bin Heilmasseur aus Leidenschaft und habe vor vielen Jahren begonnen mich mit der Massage zu beschäftigen. Letztendlich waren es dann private Gründe mich mit der medizinischen Massage zu beschäftigen. In meinem Fokus sind Personen, die nach einer Operation aus dem Krankenhaus entlassen werden und dann selbst sehen müssen wie es weiter geht.
Meiner Erfahrung nach helfen die Therapien in Physikalischen Instituten nicht optimal, weil zum Einen nur zehn Minuten Behandlung (inkl.  An- und Ausziehen) vorgesehen sind und für viele Patient_innen der Weg dorthin schon viel zu beschwerlich ist. In meinem Praktikum habe ich die Notwendigkeit erkannt und mein Geschäftsmodell des mobilen Heilmasseurs danach ausgerichtet.

Wie und warum kam es zur Gründung deiner Selbstständigkeit als mobiler Heilmasseur?

In meinem früheren Berufsleben war ich viele Jahre als Key Account Manager bei einem großen Konzern tätig und hatte als Projektverantwortlicher mehrere osteuropäische Länder in Verantwortung. Über die Jahre hinweg musste ich feststellen dass ich immer unzufriedener und der direkte Kundenkontakt immer weniger wurde. Nachdem mir klar wurde das mein Beruf nicht aus dem kalkulieren von Excel-Tabellen bestehen soll habe ich noch zwei mal den Job gewechselt.

Es war sozusagen ein Abschied auf Raten, trotz guter Erfolge und Zielerreichung über 130 Prozent war die Freude darüber nur von geringer Dauer.
Als letztendlich die Chemie mit meinem damaligen Chef auch immer schlechter wurde, habe ich sozusagen von heute auf morgen beschlossen „alles“ hinzuschmeißen und mithilfe der Bildungskarenz die Ausbildung zum Medizinischen Masseur zu absolvieren. Schon während des ersten Praktikums im Krankenhaus war mir klar, dass wird mein neuer Beruf. Ich habe mich also gegen das Angestelltenverhältnis entschieden begann mit der Ausbildung zum Heilmasseur.

Worin findest du Selbstmotivation, dein Business voran zu treiben?

Das ist sehr einfach, nach jedem Termin mit Patient_innen hört man „Vielen Dank, es geht mir schon viel besser!“ „Es ist jedes Mal so angenehm!“. Das ist Motivation pur! Natürlich bedeutet es viel Arbeit sich in Patient_innen hineinzuversetzen und Therapiepläne zu erstellen. Aber meine Motivation besteht darin durch mein Handeln das Leben eines Menschen bestmöglich zu verbessern.

Ich nehme mir die Zeit für das Fitnessstudio oder auch mal ein Wochenendausflug kommt nicht mehr zu kurz! Die Arbeitstage sind jetzt nicht unbedingt kürzer als früher, aber durch die flexible Einteilung habe ich ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit!

Mit welcher Herausforderung hattest oder hast du am meisten zu kämpfen?

Den Glaubenssätzen, die einem über die Jahrzehnte eingetrichtert werden:
„Du hast doch schon so viel erreicht, das willst du alles aufgeben?“
„Was machst du, wenn du körperlich nicht mehr kannst?“
„Eröffnest du ein Institut und wann planst du deine ersten Mitarbeiter_innen?“

Es ist wirklich erschütternd wie negativ Freunde und Bekannte reagieren, wenn man sich dazu entschlossen hat, eine derart große Veränderung anzugehen.
Meist sind sie selbst sehr unzufrieden im Job, bringen aber den Mut nicht auf, etwas zu verändern.

Oder ich nenne sie gerne die Spezies „Höher-Schneller-Weiter“. Warum muss ich ein Institut aufbauen und Mitarbeiter_innen führen? Damit ich mich wieder mit Dingen beschäftigen muss, die mir keine Freude bereiten? Sicher nicht!

Die „Gschaftlhuber“ mag ich auch sehr, noch vor der Ausbildung heißt es „Sobald du die Ausbildung anfängst, hast du erste Kund_innen“, etwas später dann „Sobald du mit dem Praktikum fertig bist, kommst du zu mir nach Hinterholz 8, da organisiere ich die gesamte Nachbarschaft zum Massieren“ – solche Leute sind wertlos, Gschaftlhuber eben!

Und was liebst du an deinem Job?

Das Gefühl zu haben, etwas Sinnvolles zu tun und Menschen dabei zu helfen, dass es ihnen wieder besser geht. Die Menschen erzählen einem auch vieles, und oftmals ist man für ältere Leute auch der einzige Zuhörer.

Was würdest du anderen raten, die vorhaben, ein Unternehmen zu gründen?

Bereitet Euch drauf vor und tut es! Vernetzt Euch! Redet mit anderen Neugründer_innen! Es gibt tolle Plattformen wo sich Jungunternehmer_innen miteinander vernetzen und sich gegenseitig Tipps geben. Setzt euch kritisch mit dem Thema auseinander und hört nicht nur auf die Pessimisten, bewertet aber die „Gschaftlhuber“ nicht über!

Inwiefern unterscheiden sich Wunschdenken und Realität im Bezug auf dein Unternehmertum?

Es läuft besser als gedacht! Ich hätte niemals damit gerechnet, mit wie wenig Aufwand ich zu Kund_innen komme: Mithilfe des auf schönstem Neudeutsch „Word of Mouth“-Marketing – der Mundpropaganda. Wenn man seine Tätigkeit liebt leistet man gute Arbeit und dass merkt auch die Kund_innen!

Schließe die Augen und denke an deine unternehmerische Zukunft. Was siehst du?

Ich bin Realist! Ich sehe zusätzliche Ausbildungen in verschiedene Richtungen der Massage bzw. Körperarbeit. Was und wann das zeigt die Zukunft!
Viele Beschwerden meiner Kund_innen und Patient_innen lassen sich mit recht einfachen Mitteln behandeln, eine „Überdrüber“-Methode für die Euro 200,- pro Behandlung verlangt wird, ist selten erforderlich!

Welche Superheld_innen-Eigenschaft hättest du gerne und warum?

Einen Röntgenblick. Ich habe zwar einen sehr guten Tastsinn, aber ein Röntgenblick wäre eine tolle Eigenschaft!

Wessen Geschichte würdest du bei the story behind gerne lesen wollen und warum?

Ich habe Annette Weger bei einem Gründerworkshop kennen gelernt und wir sind schnell ins Gespräch gekommen. Sie lebt und liebt ihr Produkt (Taschen) und hat mir gleich von den Vorteilen und den durchdachten Details erzählt. Bei ihren Taschen steht die Individualität und Qualität definitiv vor Quantität. Das war mir sofort klar als sie mir von der schwierigen Suche nach einer geeigneten Näherin erzählte, welche ihren Qualitätsansprüchen entspricht.

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