the story behind DANIEL FRIESENECKER

Daniel Friesenecker | Frriedacon Online Consulting
Daniel Friesenecker | Frriedacon Online Consulting

Der 31.12.2015 war für Daniel Friesenecker wie für viele andere Österreicher_innen ein wichtiger Stichtag zur Veränderung. Und die Möglichkeit des Unternehmensgründungsprogramms (UGP) des Arbeitsmarktservices (AMS) war für ihn die passende Gelegenheit, seinen lang gehegten Traum eines Projektbüros für Onlinekommunikation und digitale Marktbearbeitung zu verwirklichen. Seit August 2016 ist der Blogger und Podcaster (The Angry Teddy) mit Friedacon Online Consulting selbstständig.

Wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Daniel Friesenecker und ich betreibe seit August 2016 mit Friedacon Online Consulting ein Projektbüro für Online Kommunikation und digitale Marktbearbeitung. Seit ich mit 12 Jahren einen „Viersechsundachtziger“ zum Geburtstag bekommen habe, ist die Faszination an allem, was digital ist ungebrochen. Aus dem Herumprobieren mit StudiVZ und MySpace und der wachsenden Nachfrage ist daraus schließlich berufliches Interesse geworden. Manche Leser_innen werden mich vielleicht unter meinem Alter Ego „The Angry Teddy“ kennen, mit dem ich als Blogger und Podcaster in verschiedensten Zusammenhängen unterwegs bin, wenn es um Social Media Marketing, Online Kommunikation und E-Commerce geht. Ich bin ein Autodiakt und liebe die pragmatische, zielorientierte Umsetzung.

Wie und warum kam es zur Gründung von Friedacon Online Consulting?

Der Gedanke an ein eigenes Unternehmen geht bis 2011 zurück, die ersten Entwürfe meines Businessplans datieren auf dieses Jahr. Ich hatte aber immer das Gefühl, dass der richtige Moment noch nicht gekommen ist. Der Entschluss zur Gründung fiel am 31.12.2015. Meine Frau konnte wohl den jahrelangen Wunsch nicht mehr hören und hat mich angespornt, – ungeachtet der Risiken – Nägel mit Köpfen zu machen. Jahreswechsel, Aufbruchsstimmung, den Kopf voller Ideen, Frustration aus dem Job – eine gute Mischung, neue Wege einzuschlagen. Und der richtige Entschluss wie sich mittlerweile herausgestellt hat.

Der Moment war deswegen auch der richtige, weil ich in meinem letzten Job zwar unheimlich viel gelernt habe, aber aufgrund verschiedener wirtschaftlicher Entwicklungen, für mich keine ausreichende Perspektive mehr gegeben waren. Nach wie vor bin ich aber besonders auf den von mir maßgeblich mitaufgebauten Geschäftsbereich stolz. Nachdem ich mich zu dem Zeitpunkt schon intensiv damit auseinandergesetzt habe, was ein neuer Job mitbringen muss, damit er mich ausfüllt, galt es nur mehr den Knopf im Kopf aufzulösen. Nicht mehr an eine Festanstellung zu denken, sondern die alten Businesspläne zu überarbeiten. Zwei Wochen später war das Konzept inklusive Finanzplanung fertig.

Worin findest du Selbstmotivation, dein Business voran zu treiben?

Um ehrlich zu sein, war die erste Zeit ausschließlich der Druck, Umsatz machen zu müssen, die Hauptmotivation. Mittlerweile hat sich das glücklicherweise gedreht. Einerseits macht es mir Freude, wenn ich bei meinem Gegenüber beobachten kann, dass ein neuer Gedanke keimt und man in Unternehmen etwas bewegen kann. Bekanntlich ist der Prophet im eigenen Land nichts wert. Als Externer bekommt man da oft mehr Wertschätzung. Jedes neue Projekt, jede_r neue Kund_in, jede Weiterempfehlung macht unheimlich stolz, das wirkt sich natürlich unmittelbar auf die Motivation aus. Freizeit und Ausgleich ist in den letzten Monaten etwas kurz gekommen, in den nächsten Monaten will ich wieder mehr Zeit fürs fotografieren, bloggen, wandern und Rad fahren reservieren. In der Vergangenheit waren das perfekte Beschäftigungen, um den Kopf frei zu bekommen.

Mit welcher Herausforderung hattest oder hast du am meisten zu kämpfen?

Ich habe ja unter dem Hashtag #missionbusiness auf meinem privaten Blog über meine Gründung gebloggt. Schwierig war vor allem jeder Kontakt mit Beamt_innen oder beamtenähnlichen Gesprächspartner_innen. Mir hätte ein Werkvertrag (der sich später als Vertrag als „freier Dienstnehmer“ herausstellen sollte) in der Höhe von knapp € 180,- fast die Gründung verhaut. Drohende Nachzahlungen, Verlust der Gründerbeihilfe, etc. hätten ein finanzielles Problem verursacht und hätten wohl dazu geführt, dass ich mir eine Anstellung gesucht hätte. Hätte ich ein erstes „Nein“ akzeptiert, wäre die Geschichte wohl schnell zu Ende gewesen. Glücklicherweise kann ich ganz schön lästig sein und die Sache ging in meinem Sinne aus.

Und was liebst du an deinem Job?

Ich mag die gewonnene Freiheit. Anfangs war es gar nicht so einfach, diese auch anzunehmen. Ich hatte immer noch das Gefühl, ich müsse mich den Zwängen von Arbeitszeiten und fixem Ort beugen und bin ganz normal ins Büro gegangen, als wäre ich ein Angestellter. Nach und nach ist das schlechte Gewissen verschwunden, wenn ich von traditionellen Bürozeiten abweiche und den Café-Arbeitsplatz an der Donau dem Office vorziehe. Ich arbeite zwar mehr als vorher, habe aber das Gefühl, etwas geleistet und bewegt zu haben, wenn ich abends das Notebook zuklappe. Außerdem bewegen mich Dinge wie Konzern-Buschfunk und politische Spielchen zwischen Abteilungen nicht mehr – ein unglaublich befreiendes Gefühl.

Was würdest du anderen raten, die vorhaben, ein Unternehmen zu gründen?

Wenn du an deine Idee und dich selbst glaubst – und ein paar Rücklagen da sind –, dann tu‘ es! Wenn du in Österreich lange genug angestellt warst, ist das Risiko überschaubar. Das Unternehmensgründungsprogramm des AMS nimmt dich bei der Hand, die Gründer_innen-Beihilfe hilft über die erste Zeit und der Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht drei Jahre ab Kündigung. In meinem Fall verbleiben mir noch fünf Monate Anspruch, die in zweieinhalb Jahren erlöschen. Ausreichend Zeit, um das eigene Business zu festigen. Auch wenn Sudern in unserem Land fast eine Kunstform ist: ich halte diese Möglichkeiten für Gründer_innen für eine großartige Sache.

Inwiefern unterscheiden sich Wunschdenken und Realität im Bezug auf dein Unternehmertum?

Ich habe mein Netzwerk völlig falsch eingeschätzt. Man hat ja im Kopf, wer da wahrscheinlich ein bisschen mithelfen wird. Tatsächlich sind es ganz andere Kontakte als ich gedacht habe. Wesentliche Unterstützer_innen sind teilweise auch schon zu richtigen Freund_innen geworden.

Schließe die Augen und denke an deine unternehmerische Zukunft. Was siehst du?

Also in meinem Businessplan sind Ziele festgelegt, an denen ich auch konkret arbeite. Ich möchte selbige aber nicht öffentlich machen. Ziel ist es, in den nächsten Jahren auch personell deutlich zu wachsen und auch über die (Bundes)Landesgrenzen hinaus aktiv zu werden.

Welche Superheld_innen-Eigenschaft hättest du gerne und warum?

Ich möchte gerne Gedankenlesen können. Das hat zwei Gründe. Einerseits tun sich manche Leute schwer, ihre Vorstellungen konkret auszudrücken und Gedankenlesen würde mir die Arbeit unheimlich erleichtern. Andererseits ernsthaft, Gedankenlesen zu können, wäre einfach geil.

Wessen Geschichte würdest du bei the story behind gerne lesen wollen und warum?

Ich denke, Franz Koll könnte interessant sein. Franz ist vielleicht etwas älter als die meisten anderen Interviewpartner_innen hier. Hat aber als ehemaliger Geschäftsführer einer großen Handelsmarke einen breiten Blick auf die Dinge. Ich denke, es könnte spannend sein inwiefern sich seine Geschichte, den anderen hier ähnelt bzw. wie sie sich unterscheidet.

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