the story behind IWONA LAUB

Iwona Laub | Digital Brand Adviisor
Iwona Laub | Digital Brand Adviisor

Iwona Laub ist Mama von zwei Kindern und ehemalige derStandard.at-Redakteurin. Ihre Kenntnisse junge Zielgruppen und Online-Kommunikation betreffend sind gute Voraussetzungen, um als „Digital Brand Advisor“ Start-ups bei ihren Social Media- und PR-Aktivitäten zu helfen. Es überrascht daher auch nicht, dass die Jungunternehmerin besonders viel wert auf Flexibilität legt, um genug Zeit für ihre Familie zu haben.

Wer bist du und was machst du?

Ich bin eine junge Unternehmerin, die andere Unternehmen – vorwiegend Start-ups, also Unternehmen am Beginn ihrer Entwicklung – hilft, sich in ihrer Kommunikation aufzustellen. Gemeinsam mit ihnen entwickle ich PR-Strategien und helfe in Sachen Social Media und Markenentwicklung, auch bei einzelnen Unternehmer_innen. Ich bringe eigentlich sehr viel mit, denke ich: Ich kenne mich technisch aus, bin in der “Szene” sehr gut vernetzt, habe viel Ahnung von Kommunikation und davon, was besonders junge Zielgruppen wollen (also Jugendliche, 13+). Vorbilder gibt es in beruflicher Hinsicht viele. Aber auch in anderen Branchen gibt es sehr viele, sehr interessante Menschen – vor allem in der Gastronomie. Sterne-KöchInnen wie Massimo Bottura oder Dominique Crenn haben Führungsqualitäten, eine extreme Leidenschaft für den Job und die Liebe zum Detail – sowas inspiriert mich.

Außerdem bin ich vermutlich eher eine Pessimistin, aber doch nicht ganz realitätsfremd. Ich lasse mich halt gerne vom Positiven überraschen als am Ende enttäuscht dazustehen. Wobei ich schon Hoffnung und Optimismus in schweren Lebenslagen zeigen kann. Mir sind vor allem Ehrlichkeit und Zukunftsorientiertheit sehr wichtig. Ich glaube, dass das meine wichtigsten Unternehmens- und Persönlichkeitswerte sind.

Wie und warum kam es zur Gründung deines Unternehmens, der Iwona Laub als Digital Brand Advisor?

Unmittelbar vor meiner Gründung war ich in Karenz mit meinem zweiten Kind und sollte eigentlich als Redakteurin zu derStandard.at zurückkehren. Das habe ich allerdings dann gelassen, denn die Idee zur Selbständigkeit ist mit immer größerer Distanz zu meinem Arbeitgeber gewachsen. Ausschlaggebend war vor allem die freie Zeiteinteilung, die man mit Familie braucht. Ich bin überzeugt, dass flexiblere Arbeitszeiten für viele Frauen auch motivierend für die Familiengründung wären. Da hinkt Österreich sehr hinterher, finde ich.

Worin findest du Selbstmotivation, dein Business voran zu treiben?

Die Motivation in der Selbständigkeit ist vermutlich das Allerwichtigste. Man ist eben für sich selbst und seine Einkünfte verantwortlich. Wenn man als Angestellte mal zwei oder drei Tage im Monat ein bisschen unmotiviert ist, langsamer arbeitet, wenig weiterbringt, dann merkt man es am Ende des Monats am Konto nicht. In der Selbständigkeit machen sich solche Phasen aber dann doch am Konto bemerkbar. Motivierend ist aber auch der Gedanke, dass man diese Dinge alleine schaffen kann und gut zurechtkommt, wenn man will.

Meine Familie ist mir sehr wichtig. Meine Freizeit verbringe ich hauptsächlich mit meinen Kindern und meinem Mann. Ich halte es aber für extrem wichtig, auf Netzwerk-Events zu gehen oder mich mit Freunden auf ein Glas Wein zu treffen. Ich bin sehr aktiv, was beides angeht. Außerdem trainiere ich seit einigen Monaten fast täglich eine halbe Stunde zuhause und lerne auch etwas Spanisch. Es ist gut, sich geistig und körperlich weiterzubilden.

Mit welcher Herausforderung hattest oder hast du am meisten zu kämpfen?

Bisher ist alles recht gut gelaufen, ich finde die Steuersachen immer noch fürchterlich kompliziert und bin dankbar, dass es Steuerberater_innen gibt. Ich habe auch von Anfang an Kund_innen abgewiesen, auch wenn es manchmal schmerzhaft war. Ich arbeite nämlich nicht mit jedem und mache nicht alles. Diese Selbstabgrenzung muss man schon durchführen, um ernst genommen zu werden. Finanzielle Risiken hat man in der Selbständigkeit immer. Meine wohl schlechteste Eigenschaft bzw. Schwäche ist meine Ungeduld.

Und was liebst du an deinem Job?

Auf die Flexibilität würde ich definitiv nicht mehr verzichten wollen. Es taugt mir sehr, dass ich vormittags auch Zeit zum Brunchen habe und manchmal lieber um 22 Uhr statt um 12 Uhr arbeite. Das ist mir wirklich sehr viel wert. Meinen Kindern tut das auch gut, denn ich kann viel spontaner sein und auch mal den Kindergarten einfach auslassen und stattdessen etwas unternehmen.

Was würdest du anderen raten, die vorhaben, ein Unternehmen zu gründen?

Es einfach machen. Ich lerne so viele Menschen kennen, die so viele tolle Ideen haben, sich aber dann nicht trauen, weil es ein zu großes Risiko für sie ist. Man kann auch manchmal aus einem Nebenprojekt heraus starten.

Inwiefern unterscheiden sich Wunschdenken und Realität im Bezug auf dein Unternehmertum?

Ich hatte am Anfang große Angst, dass ich keine Kund_innen finde. Ich war sehr unsicher, was ja auch eigentlich leider eine sehr weibliche Eigenschaft ist. Wir Frauen sollten uns viel mehr trauen aufzustehen und zu sagen: “Hier bin ich und ich kann das!”. Ich plädiere dafür, dass wir Frauen viel mehr in Wirtschaft und Politik mitmischen.

Schließe die Augen und denke an deine unternehmerische Zukunft. Was siehst du?

Ich habe keine große Vision. Je älter die Kinder werden möchte ich natürlich zeitlich mehr in mein Unternehmen investieren, mehr Kunden annehmen. Ich möchte ein eigenes Büro haben und schön wäre es auch, in Zukunft irgendwann anderen Menschen einen Arbeitsplatz zu geben.

Welche Superhelden-Eigenschaft hättest du gerne und warum?

Zeit anhalten wäre supercool. Ich habe das als Kind schon gedacht. Man könnte die Zeit anhalten und Sachen ausspionieren und überall hingehen, wohin man möchte und eventuell ein paar wichtige Dinge beeinflussen.

Wessen Geschichte würdest du bei the story behind gerne lesen wollen und warum?

Es gibt so viele inspirierende Menschen. Das Duo von Kitchen Konsulting ist jedenfalls ein sehr spannendes Pärchen.

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