the story behind JUDITH WENDELIN

Judith Wendelin | About Friendly Buildings e.U.
Judith Wendelin | About Friendly Buildings e.U.

Seit November 2016 ist Judith Wendelin – trotz der behördlichen Spießrutenläufe – mit ihrem Unternehmen About Friendly Buildings e.U. selbstständig tätig. Spezialisiert hat sich die Jungunternehmerin auf Bestandsgebäude. Hier übernimmt die leidenschaftliche Innenarchitektin – im Bereich nachhaltiges Bauen – die Planung und Organisation von Umbauten, Zubauten und Interior-Projekten.

Wer bist du und was machst du?

Ich bin diplomierte Innenarchitektin und Expertin für Nachhaltiges Bauen. Mit meinem Unternehmen ‚About Friendly Buildings’ habe ich mich auf die Erneuerung von Bestandsgebäuden und ganzheitliche Unternehmensauftritte aus einer Hand spezialisiert. Jedes Gebäude und jede Marke hat eine Geschichte, die wir mit baulichen und gestalterischen Maßnahmen weitererzählen wollen. Wir planen und organisieren Umbauten, Zubauten und Interior-Projekte. Wenn gewünscht, entwickeln wir auch das Corporate Design oder beraten bei Spezialfragen.

Wie und warum kam es zur Gründung deiner Selbstständigkeit?

Da ich in einem Familienbetrieb aufgewachsen bin, kenne ich die Vor- und Nachteile des Unternehmertums sehr gut. Nach fast zehn Jahren in der Baubranche hatte ich eine solide Basis an Erfahrungen, ein gutes Netzwerk und große Lust, mein eigenes Büro zu eröffnen. Ich beschäftige mich seit ich denken kann mit Design und Architektur und habe schon vor dem Studium Projekte für Freunde und Familie umgesetzt. Eigentlich war die Gründung dann ein logischer Schritt.

Worin findest du Selbstmotivation, dein Business voran zu treiben?

Ich darf das tun, was ich am liebsten mache und das ist meine Hauptmotivation. Das Schönste ist, wenn ein Projekt fertig ist. Wenn sich all die Mühen und Zeit, die ich in die Planung und Organisation investiere in Räume, Details und Materialien verwandeln, die man angreifen, spüren und sehen kann. Wenn meine Auftraggeber und ich damit glücklich sind. Das ist auch der Grund, warum ich Innenarchitektur studiert habe: Weil man die Resultate meiner Arbeit am Ende sehen und angreifen kann.

Mit welcher Herausforderung hattest oder hast du am meisten zu kämpfen?

Der schwerste Schritt war die Entscheidung, mich wirklich selbstständig zu machen. Den sicheren Job aufzugeben und darauf zu vertrauen, dass es funktionieren wird. Das hat lange gedauert, sich aber immer richtig angefühlt. Jetzt kann ich es mir nicht mehr anders vorstellen. Trotzdem ist und war es für mich aber immer wichtig, einen Back-Up-Plan zu haben (den ich hoffentlich nicht brauche). Abgesehen von der persönlichen Herausforderung habe ich den Behördenspießrutenlauf bis jetzt als sehr ärgerlich und kompliziert empfunden.

Und was liebst du an deinem Job?

Jeder Tag ist bunt und nie gleich. Ich sitze nicht nur hinter dem Schreibtisch, sondern bin auf Baustellen, bei Kund_innen und solchen, die es vielleicht noch werden wollen. Denen darf ich zeigen was ich kann und wie ich ihnen damit weiterhelfen kann. Unternehmerisches Glück bedeutet für mich, begeisterte Kund_innen zu haben und von meinem Geschäft leben zu können. Mir meine Zeit selber einteilen und Entscheidungen selber treffen zu können. Dieser Gestaltungsspielraum ist für mich unbezahlbar.

Was würdest du anderen raten, die vorhaben, ein Unternehmen zu gründen?

Sei mutig und tue, was du liebst und am besten kannst. Der Rest kommt dann schon. Fürchte dich nicht vor Fehlern und suche dir ein Netzwerk, das dich unterstützt und auffängt. Und, falls du es noch nicht hast – engagiere unbedingt eine Putzhilfe.

Inwiefern unterscheiden sich Wunschdenken und Realität im Bezug auf dein Unternehmertum?

Im Großen und Ganzen klappte bis jetzt alles so wie ich dachte und noch besser. Die meisten Kund_innen kommen zu mir, weil sie mich und meine Arbeit schon kennen. Das ist für mich die schönste Wertschätzung. Unterschätzt habe ich den Zeitaufwand für das „Rundherum“ – Bürokratie und Organisation. Da wird es einem in Österreich wirklich nicht leicht gemacht. Die Abläufe sind absurd kompliziert und nichts ist eindeutig. The Austrian way eben. Das erfordert viel Geduld und Nerven.

Schließe die Augen und denke an deine unternehmerische Zukunft. Was siehst du?

Ein kleines und feines Design-Büro mit 5 Mitarbeiter_innen – die erste Adresse für zukunftsfähige Corporate Architecture und Gebäude im Bestand. Internationale Projekte, hochqualitatives Handwerk, tolle Auftraggeber mit Gespür und Budget für gutes und nachhaltiges Design aus einer Hand.

Welche Superheld_innen-Eigenschaft hättest du gerne und warum?

Ich würde gerne fliegen können. Das muss sich unbeschreiblich toll anfühlen.

Wessen Geschichte würdest du bei the story behind gerne lesen wollen und warum?

Die Geschichte von Julia Kutas, Inhaberin der ‚hiddenkitchen’ – meinem Lieblingsmittagslokal im Wiener Börseviertel.

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