the story behind PASCALE NEUENS

Pascale Neuens | Neuens aus der Küche | © Manfred Sodia
Pascale Neuens | Ernährungsberaterin nach TCM – Neuens aus der Küche | © Manfred Sodia

Die gebürtige Luxemburgerin, Mutter und studierte Architektin Pascale Neuens hat sich, nachdem sie selbst von Unverträglichkeiten betroffen war, genauer mit Ernährung beschäftigt. Heute ist sie Ernährungsberaterin nach TCM (Traditionelle Chinesische Medizin). Damit hat die Food-Bloggerin ihre beiden Leidenschaften, Kochen und TCM, in Verbindung gebracht und schöpft daraus ihre tägliche Kraft, Inspiration und Motivation.

Wer bist du und was machst du?

Ich bin 44 Jahre jung, ausgebildete Architektin und seit kurzem selbstständig als Ernährungsberaterin nach TCM (Traditionelle Chinesische Medizin). Ich bin in Luxemburg aufgewachsen und 1991 Wien zum Studieren nach Wien gekommen. Meine Leidenschaft fürs Kochen und Essen wurde mir in die Wiege gelegt. Ich habe dann bei der Berufswahl darauf vergessen und mich der Architektur zugewandt. Seit einem Jahr betreibe ich mit viel Hingabe einen foodblog mit Rezepten nach TCM. Dort zeige ich, dass gutes Essen nicht aufwendig sein muss, um gut zu schmecken. Und auch, dass gesundes Essen schmackhaft aussieht!

Wie und warum kam es zur Gründung deines Unternehmens „Neuens aus der Küche“?

Als ich vor ein paar Jahren unter diversen Unverträglichkeiten zu leiden begann, beschäftigte ich mich intensiv mit der TCM. Ich hatte das Gefühl, endlich gefunden zu haben, nach was ich gesucht hatte. Als selbstständige Ernährungsberaterin mache ich das, was mich wirklich bewegt. Ich habe meine Hobbies (Kochen und TCM) zum Beruf gemacht. Ich verhelfe mit Neuens aus der Küche, Menschen – mit oder ohne Unverträglichkeiten – ebenfalls ihre Wohlfühl-Ernährung zu finden!

Worin findest du Selbstmotivation, dein Business voran zu treiben?

Ehrlich gesagt, geht das ganz von alleine. Ich liebe das, was ich tue und es macht mir extrem viel Spaß. Ab und zu muss ich aufpassen, dass ich nicht zu viel auf einmal will und mich übernehme. Ich bin ein ungeduldiger Mensch, vor allem mit mir selbst. Und ich habe eine Neigung zum Perfektionismus. Das ist mitunter mehr Antrieb als ich bewältigen kann … 

Mit welcher Herausforderung hattest oder hast du am meisten zu kämpfen?

In der Architektur gibt es immer strenge Deadlines und Zeitpläne, die es einzuhalten gilt – aber wir waren stets ein Team. Als one woman show muss ich darauf achten, dass ich nicht zu streng mit mir selbst bin. Und auch, dass ich nicht zu viel von mir verlange und in ein Burnout hineinschlitterte. Der Austausch unter Kolleg_innen fehlt mir gelegentlich. Genauso wie die Ansagen des Chefs, der sagt, wo es lang geht – auch, wenn ich das nie besonders geschätzt habe. Aber immer und für alles selbstverantwortlich zu sein, ständig alle Entscheidungen alleine zu treffen, empfinde ich als sehr fordernd!

Und was liebst du an deinem Job?

Wie gesagt, ich lebe meine Leidenschaft: Kochen und Essen. Und das auf eine sehr nützliche und Gesundheit bringende Art, was Schöneres kann ich mir nicht vorstellen. Ich liebe die Arbeit in der Gruppe bei meinen Kursen. Das Gefühl, Menschen wirklich zu helfen (den Weg durch den Ernährungsdschungel zu finden) ist wunderbar. Meine Liebe fürs Gestalten fließt als ästhetische Komponente in das Fotomaterial meiner Rezepte ein. Architekturprojekte ziehen sich oftmals über Jahre und am Ende wirst du mit dem konfrontiert, was nicht passt. Bei meinem foodblog ist es genau umgekehrt: wenn ich eine Idee habe, setze ich sie meist relativ schnell um. Wenn ich auf „veröffentlichen“ klicke, ist der Job abgeschlossen. Das Feedback ist äußerst positiv. Leute, denen das, was ich mache gefällt, abonnieren meinen Blog und einige nutzen mein Angebot, um persönlich betreut zu werden. Was gibt es Schöneres?

Was würdest du anderen raten, die vorhaben, ein Unternehmen zu gründen?

Wenn man etwas wirklich mit extrem viel Engagement und Leidenschaft macht, kann man gar nicht scheitern. Dennoch ist es wesentlich, konkrete Ziele zu haben – kurzfristige und langfristige, damit man weiß, wo es lang geht und man sich auch immer wieder klar machen kann, was man schon alles geschafft hat. Ich denke, es ist wichtig, nicht den Überblick zu verlieren, sondern strukturiert an Dinge heranzugehen. Wer da Schwächen hat, rate ich zu einem Coaching!

Inwiefern unterscheiden sich Wunschdenken und Realität im Bezug auf dein Unternehmertum?

Ich habe erkennen müssen, dass mein Tag nur 24 Stunden hat und, dass meine anfänglichen Ziele zu ambitioniert waren. Ich dachte selbständig sein heißt, alle Ideen (gleichzeitig) umsetzen zu können. Und als Architektin sprudele ich nur so vor Ideen. Ich wollte in sechs Monaten das Programm von zwei Jahren absolvieren. Mittlerweile habe ich Stabilität gefunden. Ich habe erkannt, wie man einen Schritt nach dem anderen macht und, dass ich mich immer nur auf 1-2 Dinge gleichzeitig konzentrieren soll/kann/darf!

Schließe die Augen und denke an deine unternehmerische Zukunft. Was siehst du?

Je stärker ich den Fokus auf das Online-Geschäft setze, desto flexibler werde ich, was meinen Arbeitsort anbelangt. Eines Tages wird es völlig egal sein, ob ich mich in Wien, Luxemburg oder der Provence befinde. Schreiben kann ich überall und reisen muss ich, um Inspiration zu bekommen. Ich werde viel unterwegs sein und mein Wissen über die Wirkung der Lebensmittel weitergeben, da es wesentlich sein wird, um in der immer stressigeren Welt, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen aufrecht zu halten.

Welche Superhelden-Eigenschaft hättest du gerne und warum?

Ich bereue es nicht, Architektur studiert zu haben. Das aufwendige Studium und die Jobs haben mir wirklich viel gebracht. Wenn ich eine Superheldin wäre, würde ich jetzt ganz schnell nebenbei aber auch noch das Studium der Ernährungswissenschaften absolvieren, um neben der TCM – an die ich glaube – auch das gesamte westliche Wissen parat zu haben und Hintergründe von der wissenschaftlichen Seite auch klar begreifen zu können …

Wessen Geschichte würdest du bei the story behind gerne lesen wollen und warum?

Jene von Wolfgang Zankl vom Restaurant Pramerl & the Wolf, weil ich das Essen dort einfach großartig fand. Es fasziniert mich, wie ein Mensch so aufwändig tagein, tagaus kochen kann! Ich würde auch gerne mal einen Tag dort aushelfen und mir noch einiges abschauen!

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