the story behind WOLFGANG FISCHER


Wolfgang Fischer | DJ Observer, Navida Music e.U. | Foto: Thomas Lerch
Wolfgang Fischer | DJ Observer, Navida Music e.U. | Foto: Thomas Lerch

Wolfgang Fischer ist gemeinhin wohl besser bekannt als „DJ Observer“ und mit Navida Music e.U. unter anderem im Eventmarketing tätig. Die Liste der weltweiten, zum Teil namhaften Clubs und Events für die er bislang tätig war, ist lang – darunter: Vienna City Beach Club, Donauinselfest, Amnesia Ibiza, Holi Festival, Ö3 Lake Festival, Pacha Barcelona oder Love Parade. 2014 fand man ihn sogar mit seiner X-Jam-Hymne „United“ (feat. ZFRMX) in den iTunes Dance-Charts auf Platz 7.  Doch so rosig sich dieses kurze Intro auch liest, so leicht war es für Wolfgang Fischer nicht immer!

Wer ist bist du und was machst du?

Ich bin seit rund 20 Jahren Musiker, in erster Linie DJ (DJ Observer), aber verbringe meine Zeit auch sehr gerne im Tonstudio, vorzugsweise mit Kolleg_innen. Mein Beruf ist gleichzeitig Berufung, was mein Leben an sich sehr bereichert, weil ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Ich bin mir bewusst, dass diese Chance nur wenige haben. Man sollte aber auch immer daran denken, dass man sehr viel Zeit des Tages in oder bei seiner Arbeit verbringt, deshalb sollte sie auch Spaß bzw. einen glücklich machen. Man bezeichnet mich gerne als Träumer – das macht mich irgendwie stolz, denn schließlich habe ich durch meine Träumereien auch immer Ziele gehabt. Und auch, wenn sie noch so weit weg waren, ich habe schon einige Träume verwirklichen können. Man könnte sagen: „Wer nicht träumt, der lebt nicht“.

Wie und warum kam es zur Gründung deiner Selbstständigkeit als DJ Observer bzw. des Unternehmens Navida Music e.U.?

Auch wenn es vielleicht wie die klassische Story im Entertainment-Business klingt: ich hatte eine Zeit lang wirklich nichts! Ich war arbeitslos, habe mich teilweise mit Callcenter-Jobs über Wasser gehalten und meine Eltern mindestens einmal im Monat um Geld gebeten, damit ich mal wieder ausgehen oder etwas einkaufen kann. Damals hatte ich kein wirkliches Ziel vor Augen. Ich wusste nur, was ich gerne beruflich machen will, hatte aber keinen Plan wie ich dorthin komme; wie ich das erreichen kann, von dem zu leben, was mir so großen Spaß macht.

Ausschlaggebend war dann ein AMS-Termin, einer der letzten bevor es auch hier nur noch das „Nötigste“ gegeben hätte … Das war für mich der Punkt, an dem ich mir sagte: „Ich muss jetzt einmal auf meinen eigenen Füßen stehen. Ich möchte mein eigenes Unternehmen aufbauen und mich sowohl wirtschaftlich als auch markttechnisch besser aufstellen. Ich nutze die Chance jetzt und nicht irgendwann, ich besuche jetzt die Kurse zur Selbständigkeit, ich packe das jetzt an!“. Diesen Schritt bezeichne ich als den wichtigsten in meinem Leben.

Worin findest du Selbstmotivation, dein Business voran zu treiben?

Eine tolle Frage – und ich kann gleich vorwegnehmen: Es ist hart jeden Tag aufs neue Motivation zu finden, speziell aufzustehen! Ich bin bekennender Langschläfer und ich habe durch meinen Job aber das Glück, – sofern ich keine Termine einhalten muss – mir den Tag frei einteilen zu können. Disziplin, Eigenmotivation sowie Selbstmanagement, wenn du diese drei Eigenschaften nicht hast, lass es! Dann brauchst du unbedingt einen „Chef“, der dir sagt wo es lang geht und wie die Dinge laufen sollen.

Mein Tag beginnt meist um 08:00 Uhr mit einer Stunde Sport täglich (außer ich war am Abend davor gebucht, dann wird der Sport auf den Nachmittag verlegt). Danach geht es daran, den Tag durchzuplanen. Viele Leute meinen, „To Do-Listen“ sind etwas für Leute von gestern. Doch für mich persönlich ist es die einzige Liste, die mich motiviert und an meine Arbeiten erinnert. Sobald ich dann „privat“ bin, ist auch meist mein Telefon im Flugmodus. Anders geht das nicht – wenn man ständig „online“ ist, kann man nicht abschalten. Zumindest ist es bei mir so.

Mit welcher Herausforderung hattest oder hast du am meisten zu kämpfen?

Hier gäbe es viele Geschichten zu erzählen! Von Veranstalter_innen, die einen nicht respektvoll behandeln; Gagen, die nicht bezahlt wurden oder Deals, die nicht vertraglich festgehalten und daher auch nicht eingehalten wurden. Aber Gott sei dank zählt dies zu den Ausnahmen! Im Grunde habe ich durch meine lange Erfahrung alles soweit im Griff und weiß, wie man mit Leuten umgehen muss. Das klappt natürlich auch nicht immer – trotz meiner relativ guten Menschenkenntnis. Man sollte den Menschen aber immer mit dem Respekt begegnen, den man sich für sich selbst erwartet. Dann gibt es im Normalfall keine großen Überraschungen.

Und was liebst du an deinem Job?

Ich liebe definitiv die Musik und die Menschen, die meine Musik hören. Sie machen die Partynacht erst zu dem, was sie ist: zu etwas Einzigartigem und Besonderem. Ich glaube, es wird immer DJs oder Leute geben die mit ihrer Musik und ihrer Anwesenheit und Persönlichkeit andere Leute unterhalten. Dieser Beruf wird nie von der Bildfläche verschwinden. Es wird sich vielleicht einiges in Zukunft ändern, aber die Basics werden bestehen bleiben.

Was würdest du anderen raten, die vorhaben, ein Unternehmen zu gründen?

Als Unternehmer_in brauchst du Disziplin, Selbstmanagement und Eigenmotivation. Ich denke, wenn man für sich arbeitet und nicht für jemand anderen bringt man von Haus aus schon mehr Motivation mit. Das alleine ist schon viel wert und bringt einen auf Kurs, sein Unternehmen erfolgreich zu machen. Leidenschaft ist auch noch eine wichtige Sache! Ich bin davon überzeugt: Ohne Leidenschaft wird es niemals funktionieren! Mir hat man damals gesagt „Weißt eh, selbst und ständig“ und so ist es! Als Selbständige_r gehst du abends nicht ins Bett ohne zumindest noch einmal daran zu denken, was morgen zu tun ist.

Inwiefern unterscheiden sich Wunschdenken und Realität im Bezug auf dein Unternehmertum?

Darüber habe ich eigentlich noch nicht nachgedacht. Ich bin mehr oder weniger fließend in das Unternehmertum gerutscht und habe langsam das selbstständige Arbeiten erlernt. Es gehört natürlich auch eine Menge Talent dazu, egal in welcher Berufsgruppe. Ohne Talent wird man nicht erfolgreich sein. Man kann etwas erlernen und auf einer Stufe von 1–10 eine 3 sein. Man würde es bis auf eine 5 mit viel Lernen und Üben schaffen, aber man schafft niemals eine 7 oder 8. Anders wenn man Talent hat, dann ist man schnell gleich mal eine 5 oder 6 und mit dem nötigen Wissen, das man sich aneignet, wird man zur 8 oder vielleicht sogar 9 – mit Glück ein Perfektionist und schafft die 10.

Schließe die Augen und denke an deine unternehmerische Zukunft. Was siehst du?

Das mache ich eigentlich ständig, also „träumen“! Ich möchte nicht mit 50 noch Musik auflegen müssen, weil ich damit meinen Unterhalt bestreiten muss. Ich möchte aber dennoch mein Leben lang in irgendeiner Weise mit Musik zu tun haben, Menschen damit erreichen und vielleicht auch Glücksmomente schaffen. Die Branche ist im stetigen Wandel und wer weiß, wo die Reise hingeht.

Welche Superheld_innen-Eigenschaft hättest du gerne und warum?

Ich bin eigentlich Star Wars-Fan, aber wenn ich an die Marvel-Helden denke, dann würde ich sehr gerne einiges von Batman haben. Er bewegt sich ja auch großteils, wie ich, nachts und steht auch auf technische Hilfsmittel wie sein Batmobile oder seine Seilzüge, die ihn nach oben ziehen. Da könnte ich mir sicher einiges abschauen! Alleine wenn ich daran denke, mein Logo in einen Skybeamer zu setzen und in den dunklen Himmel zu projizieren – das wäre eine tolle Sache!

Wessen Geschichte würdest du bei the story behind gerne lesen wollen und warum?

Es gibt sehr viele Personen, deren Geschichte ich gerne lesen würde. Von einigen kann man es ja teilweise auch autobiographisch schon nachlesen. Manches ist wirklich interessant, macht Spaß und motiviert mich auch. Ich persönlich würde mich aber jetzt spontan für Florian Halder und Harald Knoll, die Gründer der Stargate Group, entscheiden. Auch die Geschichte von Mr. Doc LX, Alexander Knechtsberger, ist bestimmt sehr interessant. Ich kenne alle  persönlich sehr gut, jedoch haben wir so gut wie nie über solche Dinge wie hier gesprochen!

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